guenther
07.06.2006, 18:18
Kann mir bitte jemand das "operante Konditionieren" , vor allem auch die Folie: "Operantes Konditionieren - verschiedene Konsequenzen" vielleicht anhand eines Beispiels erklären?
lg, martina
Hallo:
hab ich auf Wikipedia gefunden:
Ein wichtiges Defizit der Theorie der klassischen Konditionierung ist ihr Unvermögen, das Auftreten neuer Verhaltensweisen befriedigend zu erklären. Eine elegante Methode, auf gleichermaßen anschauliche wie reproduzierbare Weise einem Testtier neue Verhaltensweisen beizubringen, stellt das Lernen mit Hilfe einer so genannten Skinner-Box dar.
Während beim klassischen Konditionieren ein neuer Reiz kennen und verstehen gelernt wird, lernt das Versuchstier beim operanten Konditionieren eine bestimmte Verhaltensweise auszuführen, die auf dem natürlichen Repertoire basieren kann, diesem aber nicht 1:1 entsprechen muss. Durch positive Verstärkung und Methoden wie shaping und chaining wird die Auftretenswahrscheinlichkeit dieses Verhaltens erhöht.
Besonders verdient gemacht in dieser Disziplin hat sich Burrhus Frederic Skinner, der intensiv auf diesem Gebiet forschte.
Das Prinzip ist einfach: wenn das Versuchstier zufällig die erwünschte Handlung ausführt, bekommt es einen positiven Verstärker. Es lernt schnell den Zusammenhang zwischen Handlung und Belohnung. Das heißt, Verstärker sorgen beim operanten Konditionieren dafür, dass das Auftreten einer bestimmten Reaktion begünstigt oder erschwert wird. Aber was ist denn nun ein Verstärker? Das können in den einzelnen Fällen recht unterschiedliche Dinge sein: Für ein kleines Kind reicht da vielleicht schon etwas Schokolade, während bei einem Erwachsenen auch Kopfnicken oder Schulterklopfen Verstärkung genug sein kann (sozialer Verstärker). Was letztendlich als Verstärker funktioniert, bestimmt jedoch die Versuchsperson (also die Person, bei der eine bestimmte Verhaltensweise verstärkt werden soll). Wichtig ist, dass die Verstärker kontingent (also unmittelbar, erkennbar, regelhaft) und motivationsadäquat sind und Bedürfnisse (z.B. Hunger, Aktivitätsbedürfnis) befriedigen. Bei einem Verstärker, der erst Stunden nach der gewünschten Reaktion eintritt, ist nicht mehr erkennbar, wofür er vergeben wurde, und er hat deshalb keine Wirkung. Auch wird eine satte Ratte für eine Futterpille nichts mehr veranstalten - die Bedürfnisspannung fehlt. Um einer Verfettung von Laborratten vorzubeugen, benutzt man in der Forschung Erkenntnisse der Klassischen Konditionierung: Der Reiz "Verstärker" (hier: Futter) wird mit einem anfangs neutralen Reiz (z.B. einem Pfiff) gekoppelt, wodurch der Pfiff durch klassische Konditionierung zum bedingten Reiz wird, der dann - wie Futter - ebenfalls die Wirkung einer Belohnung hat (diskriminativer Hinweisreiz). Um einer Extinktion vorzubeugen, muss die Kopplung gelegentlich wiederholt werden.
guenther
07.06.2006, 20:51
Hab schon super Erklärungen gekriegt, aber auch dir vielen DANK!
dem Guenther hilft man einfach gerne 8)
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